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Glossar

A- B- C- D- E- F- G- H- I- J- K- L- M-
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A
ätiologie
Lehre von den Ursachen und auslösenden Faktoren einer Erkrankung oder Störung
Anosognosie
Unfähigkeit, krankhafte Störungen zu erkennen; wird auch
als „fehlende Krankheitseinsicht“ bezeichnet.
 
Agrammatismus
Sprachstörung, die sich durch das Fehlen grammatikalisch wichtiger Bestandteile gesprochener oder geschriebener Sätze auszeichnet. Oft auch als „Telegrammstil“ bezeichnet.
Aktiviertheit
allgemeine Wachheit einer Person
Akustisch
durch das Gehör wahrnehmbar
Amygdala
Teilstrukturen des limbischen Systems, zuständig für die emotionale Verarbeitung; werden im Deutschen auch als Mandelkerne bezeichnet (sind jeweils in der rechten und linken Hemisphäre am Ende des Hippocampus angeordnet)
Aneurysma
Gefäßerweiterung im Gehirn, durch Bindegewebsschwäche entwickelt sich eine Aussackung;  platzt das Aneurysma (Ruptur), kommt es zur Blutung (Schlaganfall); genauer: es kommt zur aneurysmatischen
Subarachnoidalblutung (ca. 5% aller Schlaganfälle sind aneurysmatische
Subarachoidalblutungen)
Angststörung
Überbegriff für psychische Störungen, bei denen eine übertriebene unspezifische oder spezifische Angst besteht
 
Anosognosie
hirnorganisch bedingte Störung des eigenen Körperbildes, welche dazu führt, dass körperliche Einschränkungen und/oder Erkrankungen nicht wahrgenommen werden können. Beispiele: Neglect oder Hemiparese
Apathie
Zustand der Abwesenheit von Emotionen und Interessen,
der Gleichgültigkeit bzw. Teilnahmslosigkeit.
Aphasie
Sprachstörung; ihre verschiedenen Ausprägungen werden durch Schädigung verschiedener Hirnstrukturen hervorgerufen;
Störung im Sprachbereich, meist ist alles, was mit Sprache zu tun (sprechen, Gesprochenes verstehen, schreiben und lesen) in ähnlicher Art gestört; gestört; Ursache ist häufig eine Minderdurchblutung der sprachrelevanten Areale im Gehirn (Broca oder bzw. und Wernicke-Areal, oft aufgrund des
Verschlusses der Arteria carotis interna oder ihrer Verzweigungen (Schlaganfall) oder aufgrund von Traumata, Blutungen oder eines
Tumors; siehe Kapitel "Aphasie

Apraxie
Störung im Bewegungsablauf, zielgerichtete oder absichtliche (sog. willkürliche) Bewegungen können nicht ausgeführt werden, da der Antrieb zur Bewegung und/oder deren Koordination eingeschränkt ist; Ursachen sind häufig ein Verschluss der Arteria cerebri media oder aufgrund von Traumata, Blutungen und eines Tumors;
ARAS
Abkürzung für aufsteigendes retikuläres Aktivierungssystem; „Alarmsystem“ des Körpers, sämtliche vom ARAS ausgesendeten Signale gelangen sofort in das menschliche Bewusstsein, um das Überleben zu sichern. Das menschliche Bewusstsein ist über das ARAS in der Lage, alle Aufmerksamkeit auf eine einzelne Handlung zu lenken. Es handelt sich hierbei um ein Erklärungsmodell und keine im Körper zu findende anatomische Struktur.
Arterie
Blutgefäß, welches Blut vom Herz wegführt
Arteria basilaris
Arterie (Blutgefäß), die aus beiden Arteriea vertebralis entsteht; ein Verschluss ihrer Äste kann unter anderem zu Ataxie (Störung des Bewegungsablaufes) oder Bewusstseinsstörungen führen, da sie auch die Formatio reticularis versorgt; Ein Verschluss des Endstromgebietes der Arteria basilaris führt oft zu Gedächtnis-, Orientierungs- oder Sehstörungen
Arteria carotis interna
Eine der beiden das Gehirn versorgenden Hauptarterien, sie verzweigt sich in verschiedene Arterien, die die Frontal-, Parietal- und Temporallappen, sowie die Basalganglien versorgen. Sie wandert bilateral in das Gehirn, es gibt sie also zweimal.
 
Arteria cerebelli anterior inferior
Arterienverzweigung aus der Arteria basilaris; ein Verschluss kann unter anderem zu Hemiataxie (Störung des Bewegungsablaufs einer Körperhälfte) oder Hypakusis (Schwerhörigkeit) führen
Arteria cerebri media
Die Arterie zweigt direkt aus der Arteria carotis interna ab, sowohl rechts als auch links. Ist die linke Arteria cerebri media von einem Schlaganfall betroffen, kommt es neben anderen Störungen auch zu einer globalen Aphasie. Das andere Hauptsymptom eines Verschlusses der Arteria cerebri media ist eine kontralaterale Hemiparese.
Arteria cerebri posterior
Arterie, die hauptsächlich den Okzipitallappen (hinterer Teil des Neocortex) und Teile des Temporallappens (seitlicher Hirnhälfte) versorgt, sog. hintere Gehirnschlagader (Abkürzung PCA)
 
Arteria choroidea anterior
Arterienverzweigung der Arteria carotis interna, ein Verschluss führt häufig zu Hemiataxie
Arteria opthalmica
Arterienverzweigung aus der Arteria carotis interna, versorgt die Retina
Arteria praerolandica
Arterienverzweigung aus der Arteria cerebri media, ein Verschluss dieser Arteria führt in den meisten Fällen zu einer Broca-Aphasie
Arteria temporalis posterior
Arterienverzweigung aus der Arteria cerebri media, ein Verschluss dieser Arterie führt zu einer Wernicke-Aphasie
Arteria vertebralis
Hauptarterie, die das Gehirn mit Blut versorgt. Sie hat ihren Namen aufgrund des Verlaufs, denn sie schlängelt sich quasi an der Wirbelsäule entlang, jeweils rechts und links in das Gehirn, auch sie ist somit zweimal vorhanden. Die Arteria vertebralis versorgt direkt Teile des Cerebellums..
Ataxie
Störung des Bewegungsablaufes, Gesondertes Kapitel folgt.
B
Balken (auch corpus callosum)
Verbindung der beiden Hemisphären (Hirnhälften), dient dem Informationsaustausch zwischen den beiden Hirnhälften.
Basal
grundlegend
Basalansicht
Ansicht von unten
Basalganglien
sind zuständig für die Feinabstimmung der Motorik. Bestehen aus Striatum, Pallidum, Nucleus subthalamicus und substantia nigra; zuständig für die Motorik (Bewegung)
Bilateral
auf beiden Seiten
BMRC Skala
Skala zur Einteilung des Schweregrades einer motorischen Lähmung, Abkürzung für British Medical Research Council; es gibt insgesamt 6
Kraftgrade:
0 – Keine Muskelaktivität = komplette Lähmung
1 – sichtbare oder tastbare Muskelbewegung ohne dass sich Bewegungen zeigen
2 – Bewegung möglich, wenn die Schwerkraft keinen Effekt hat (z.B. wenn die Person an Schlaufen hängt)
3 – Bewegung gegen die Schwerkraft gerade noch möglich
4 – Bewegung gegen leichten Widerstand
5 – normale Kraft und Bewegungsfähigkeit
 
Broca-Aphasie
Spezielle Form der Sprachstörung, hierbei ist die Sprachmotorik gestört. Ursache ist meist ein Verschluss der Arteria praerolandica. Für nähere Informationen siehe Kapitel „Aphasie“
Broca-Areal
Region des Gehirns, hier wird die Sprachmotorik geplant. Liegt bei 90% der Rechtshänder auf der linken Hemisphäre, bei Linkshändern kann es
links oder rechts lokalisiert sein (bei ca. 10%– 15% der Linkshänder auf der rechten Hemisphäre).
C
Capsula Interna
Struktur, die neben dem Thalamus zu finden ist. Zuständig für die Motorik (Bewegung).
Cerebellum
Kleinhirn; zuständig für die Bewegungskontrolle (Stützmotorik, Blickmotorik, Zielmotorik)
Circulus arteriosus Willsii
Arterienring aus allen vier das Gehirn versorgenden Hauptarterien (beider Arteria vertebralis und Arteria carotis interna)
Corpus callosum
Verbindung zwischen den beiden Hemisphären (Hirnhälften), siehe auch „Balken“
Cortex (auch Kortex)
Großhirnrinde (äußere Schicht des  Großhirns), besteht aus Parietallappen, Okzipitallappen, Inselrinde, Frontallappen, Temporallappen und Gyrus Cinguli
D
 
 
Daueraufmerksamkeit
Fähigkeit, relevante Reize über einen längeren Zeitraum zu beachten oder auf sie zu reagieren
Depression
psychische Störung; Symptome sind länger anhaltende Niedergeschlagenheit, Gefühle der Leere, Antriebslosigkeit, sowie auch körperliche Symptome wie Gewichtsveränderungen oder Schlafstörungen
Diffus
weitreichend, nicht genau begrenzt
Diencephalon
Zwischenhirn, es liegt zwischen Mittelhirn und Endhirn
diffuse Schädigung
weitreichende, nicht genau begrenzte Schädigung
 
Distanzlosigkeit
Unangemessene Nähe im sozialen Kontakt / Interaktion mit
anderen.
Dysarthie
spezifische Sprachstörung; Beeinträchtigung des Sprechablaufs (Atmung, Stimmgebung, Aussprache); nur auf das Sprechen beschränkt; kann gleichzeitig mit einer Ataxie auftreten; das Sprachverständnis ist nicht betroffen, auch das Verständnis der Grammatik ist nicht beeinträchtigt.
 
E
Echolalie
Wie ein Echo nur die Worte wiederholen, die der Gesprächspartner nutzt, ohne eigene Inhalte hinzuzufügen. Passiert automatisch, fast zwanghaft
EEG
Elektroenzephalogramm, misst die elektrische Aktivität des Gehirns (siehe Methoden - EEG)
Emotionale Labilität
Fähigkeit die eigenen Emotionen zu kontrollieren ist eingeschränkt. Äußert sich bspw. durch schnelle und häufige Stimmungsschwankungen.
Entwicklungsgeschichtlich
Der Hinweis auf die Entwicklungsgeschichte des Gehirns ist insofern von Bedeutung, als dass sich diese Regionen wenig von denen unserer Vorfahren unterscheiden. Mit einem Hinweis darauf wollen wir lediglich deutlich machen, dass diese Regionen überlebensnotwendig sind.
Exekutive Funktionen
Oberbegriff für folgende Fähigkeiten: Aufmerksamkeitsfokussierung, Hemmung irrelevanter Informationen, Arbeitsgedächtnis, Planung und Ausführung, Aufgabenmanagement und Zielüberwachung

F

Fasciculus arcuatus
Nervenfasern, die das Broca- und das Wernicke-Areal mit einander verbinden; Minderdurchblutung kann zu einer Leitungsaphasie führen
Fehlende Krankheitseinsicht
Unfähigkeit, krankhafte Störungen zu erkennen; wird auch als „Anosognosie“ bezeichnet.
Fokal
abgeleitet von Fokus; das bedeutet nur einen bestimmten Bereich betreffend
Fokussierte Aufmerksamkeit
siehe selektive Aufmerksamkeit
fokale Schädigung
nur an einem bestimmten Ort liegende Schädigung
 
Formatio reticularis
Ansammlung von Nervenzellen und dazugehörigen Faserverbindungen, wichtiger Bestandteil des ARAS
Fornix
Teil des Hippocampus, zuständig für die Überleitung von Gedächtnisinhalten vom Kurzzeit- zum Langzeitgedächtnis
Frontal
Vorne
Frontallappen
Bezeichnung, die den vorderen Teil des Neocortex beschreibt; auch Stirnlappen genannt
G
Gesichtsfeld
Ausschnitt der visuellen Umgebung, der bei fixierter Augenstellung wahrgenommen werden kann; insgesamt umfasst ein intaktes Gesichtsfeld 180 Sehwinkelgrade
Geteilte Aufmerksamkeit
Fähigkeit sich auf zwei oder mehrere Reize gleichzeitig zu konzentrieren. Das bedeutet diese Reize zu beachten, oder darauf zu reagieren.
Glasgow Coma Scale
Skala zur Einteilung des Schweregrades einer Bewusstseinsstörung nach einem Schädel-Hirntrauma

Gyrus
Die Gehirnwindungen, die aus der Gehirnmasse hervortreten
Gyrus cinguli
Bezeichnung für die Gehirnwindung, die sich oberhalb des Balkens befindet; ist Teil des limbischen Systems; ist zuständig für Nahrungsaufnahme und den Antrieb zu motorischer Bewegung (psychisch wie körperlich)
Gyrus Dentatus
Teil des Hippocampus
Gyrus parahippocampalis
Bezeichnung für eine Gehirnwindung, die Teil des limbischen Systems ist; ist zuständig unter anderem für das Erkennen z.B. von Landschaften oder Gebäudestrukturen
H
 
 
Hämatom
Blutaustritt aus verletzten Blutgefäßen im Körpergewebe; wird auch als Bluterguss bezeichnet
Hemianopsie
Gesichtsfeldausfall, kann sich auf eine komplette Seite beziehen, dann sieht der Patient z.B. auf der rechten Seite nichts, kann aber auch nur teilweise eine Hälfte des Gesichtsfeldes betreffen; Ursache meist ein Verschluss der Arteria cerebri media; siehe Kapitel „Hemianopsie
Hemiataxie
Ataxie (Störung der beweglichkeit) einer Körperseite; Ursache häufig ein Verschluss der Arteria choroidea anterior, aber auch Störungen des Cerebellums (Kleinhirns), im Hirnstamm oder des Thalamus können die Ursache einer Hemiataxie sein; siehe Kapitel „Ataxie“ (folgt)
 
Hemihypästhesie
Ausfall der sensiblen Funktionen auf einer Körperhälfte; Ursache meist ein Verschluss der Arteria carotis interna; und damit werden Hirnstamm, Thalamus oder Capsula interna nicht richtig versorgt und zeigen Ausfälle, die sich unter anderem in einer Hemihypästhesie äußern können; siehe Kapite l „Hemihypästhesie“
Hemiparese
Lähmung der Muskeln einer Körperseite (siehe Kapitel " Hemisparese") Ursache häufig ein Verschluss der Arteria carotis interna oder ihrer Verzweigungen, was zur Minderversorgung des motorischen Kortex führen kann
Hemisphäre
Gehirnhälfte
Hippocampus
Teil des Cortex; wichtig für Gedächtnisfunktionen; es gibt ihn in der linken und rechten Hemisphäre, wobei er am oberen Ende zusammengewachsen ist, dieser Teil wird Fornix genannt; der Hippocampus hat seinen Namen aufgrund seiner Form (Seepferdchen =lat. Hippocampus)
Hirnblutung
Eine Arterie im Gehirn platzt, weil das Gewebe nachgibt. Betrifft ca. 10-15% aller Schlaganfälle, bei 5% ist ein geplatztes Aneurysma die Ursache
Hirnnervenkern
Es gibt insgesamt 18 Hirnnervenkerne, die sich zum großen Teil im Hirnstamm und im oberen Rückenmark finden. In ihnen beginnen die
motorischen Hirnnerven und hier kommen die sensorischen Informationen an.
Hirnödem
Flüssigkeitseinlagerung im Zentralnervensystem.
 
Hinterhauptlappen
hinterer Teil des Neocortex auch Okzipitallappen genannt.
 
Hypakusis
Schwerhörigkeit; kann sich auch aufgrund eines Verschlusses der Arteria cerebelli anterior inferior entwickeln.
Hypoxie
Sauerstoffmangel
 

I

 
 
Informationsverarbeitunggeschwindigkeit
Schnelligkeit der Verarbeitung von Informationen durch das Gehirn; wird zu den Arten von Aufmerksamkeit gezählt; ist diese gestört, kommt es zu kognitiver Verlangsamung
Impulsivität
Verhalten, bei dem der Handelnde spontan und ohne jede Erwägung selbst naheliegender Konsequenzen auf Außenreize oder innere Impulse reagiert. Das Verhalten wirkt auf Außenstehende situationsunangemessen, unkontrolliert und unbedacht.
Inselrinde
 
 
entwicklungsgeschichtlich älterer Teil des Kortex; Funktionen sind noch nicht vollständig entschlüsselt; hinterer Teil eher für somatosensible, vorderer Teil eher für viszerosensible Reizverarbeitung zuständig, hier hauptsächlich die Geschmackswahrnehmung; anscheinend auch beteiligt an Teilen der Schmerzwahrnehmung     
Insula
entwicklungsgeschichtlich ältester Teil des Cortex; Funktionen sind noch nicht vollständig entschlüsselt.
Integrierte Verfahren
Teil der neuropsychologischen Therapie bestehen aus verschiedenen Psychotherapieverfahren wie z.B. operante Verfahren, Gesprächstherapie oder Familientherapie
Intrazerebral
innerhalb des Gehirngewebes gelegen   
Ipsilateral
auf der gleichen Seite gelegen
Irreversibel
ohne Rückbildungschance, nicht wiederherstellbar
Ischämie
Verstopfung einer Hirnarterie, führt zu einer Minderdurchblutung der von dieser Arterie versorgten Gehirnregionen. Ein Blutgerinnsel verstopft die Arterie, entweder entsteht dieses Gerinnsel direkt an dieser Stelle, dann ist es eine Thrombose oder ein Thrombus wandert an diese Stelle, dann nennt man es eine Embolie. Bei ca. 80% aller Schlaganfälle handelt es sich um einen ischämischen Hirninfarkt.
 
J
K
Kognition
Alle Denk- und Wahrnehmungsvorgänge und deren mentale Ergebnisse (Wissen, Einstellungen, Überzeugungen, Erwartungen) Kognitionen können bewusst, z.B. das Lösen einer Rechenaufgabe und unbewusst, z.B. beider Meinungsbildung, sein
Kognitive Störung
Hirnfunktionen wie Konzentration, Aufmerksamkeit,
Wahrnehmung, Gedächtnis, Orientierung und Denkfähigkeit
sind durch eine Hirnschädigung eingeschränkt.
Kompensation
vom lat. Compensare (=eine Sache gegen eine andere abwiegen); Ausgleich; in der Neuropsychologischen Therapie: gestörte Funktion durch Nutzung intakter Funktion Ausgleichen oder externe Hilfsmittel nutzen
Kontralateral
auf der gegenüberliegenden Seite gelegen
Kortex (auch Cortex)
Großhirnrinde (äußere Schicht des Großhirns) bestehend aus Parietallappen, Okzipitallappen, Frontallappen und Temporallappen
L
Läsion
Verletzung einer anatomischen Struktur oder einer physiologischen Funktion
Lateralisation des Gehirns
Aufteilung von Prozessen auf die rechte und linke Gehirnhälfte
Limbisches System
Teil des Großhirns, besteht aus Hippocampus, Gyrus cinguli, Gyrus parahippocampalis, Amygdala und Mamillarkörper. Steuert die emotionalen Funktionen / Verhaltensweisen des Menschen.
Liquor
im Gehirn und Rückenmark vorkommende Flüssigkeit, die im Gehirn in speziellen Hohlräumen (sog. Ventrikel), um das Gehirn herum und durch die Wirbelsäule zirkuliert; bei einer Liquoruntersuchung kann Blut aus einer
Subarachnoidalblutung nachgewiesen werden, da der Subarachnoidalraum mit Liquor gefüllt ist.
 
M
Mammillarkörper
Teil des limbischen Systems, unter anderem zuständig für Gedächtnisprozesse
Mangelnde Frustrationstoleranz
In verschiedenen Situationen gibt der Betroffene schnell auf, ist entmutigt, resigniert oder reagiert wütend.
Mediainfarkt
Durchblutungsstörung im Stromgebiet der Arteria cerebri media, ca. 50% aller ischämischen Schlaganfälle sind sog. Mediainfarkte
Mediakreislauf
Stromgebiet der Arteria cerebri media
 
Medulla Oblongata
zu Deutsch "verlängertes Mark"; Gehirnstruktur, die direkt an das Rückenmark anschließt. In ihr befindet sich unter anderem ein Hirnnervenkern, der unter anderem für den Blutkreislauf, die Atmung und ein paar Reflexe (Niesen, Husten, Schlucken) zuständig ist.
Medulla spinalis (Rückenmark)
Teil des Zentralen Nervensystems (ZNS). Liegt im Wirbelkanal der Wirbelsäule und ist umgeben von Liquor und wird von den gleichen Häuten umschlossen, wie das Gehirn. Wird unterteilt in graue und weiße Substanz.
Mesencephalon (Mittelhirn)
Liegt zwischen Pons und Diencephalon. Teil des Hirnstamms. Hier finden sich unter anderem Teile der Formatio reticularis. Optische Reize
werden hier verarbeitet.
 
Modalität 
wird unterschieden nach Sensorischer Modalität: Möglichkeit der menschlichen Wahrnehmung (hören, lesen, sehen, fühlen etc.) und Motorische Modalität: Möglichkeit zu handeln oder sich zu verständigen (sprechen, schreiben, mit Gesten oder Gesichtsausdruck etc.)
Monoparese
Lähmung eines Gliedmaßes oder Gliedmaßenabschnittes (BMRC Grad 1-5)
Monoplegie
Komplette Lähmung eines Gliedmaßes oder Gliedmaßenabschnittes (BMRC Grad 0)
Motorik
Bewegungsabläufe, dazu gehören neben den reinen Bewegungen auch die Koordination der an einer Bewegung nicht direkt beteiligten Körperteile, beispielsweise müssen beim Gehen nicht nur die Beine gebeugt und bewegt werden, sondern das Becken und die Wirbelsäule müssen für Stabilität sorgen, damit wir nicht umkippen
Motorisch
Die Motorik betreffend
 
N
Neglect
Wahrnehmungsstörung; Neglectpatienten nehmen Dinge auf einer oder auch auf beiden Seiten nicht wahr, obwohl sie sie sehen können; siehe Kapitel: Neglect
Neocortex
macht ca. 90% der Großhirnrinde aus,entwicklungsgeschichtlich jüngster Teil des Gehirns
Neologismen
Wortneuschöpfungen, eines der Symptome einer Aphasie
Nucleus Caudatus ( engl. Caudate nucleus)
bildet zusammen mit dem Putamen das Striatum; Striatum, Pallidum, Nucleus subthalamicus und Substantia nigra bilden die Basalganglien
Nucleus subthalamicus
Teil der Basalganglien; mit verantwortlich für Bewegungskontrolle, da er hemmend wirkt
O
 
 
 
 
Organische Persönlichkeitsveränderung
Veränderungen der vorher „gesunden“ Persönlichkeit im Vergleich zu der Persönlichkeit nach einer Hirnschädigung.
 
Okzipital
hinten
Okzipitallappen
Bezeichnung für den hinteren Teil des Neocortex, auch Hinterhauptlappen genannt.
Olfaktorisch
Sinnesinformationen, die mit dem Geruchssinn verarbeitet werden
P
Pallidum
Teil der Basalganglien; zuständig für Bewegungskontrolle; Schädigungen führen zu Bewegungsarmut oder deutlicher Ungeschicklichkeit
Paragrammatismus
Sprachstörung, die charakterisiert ist durch lange, verschachtelte Sätze und Verdoppelung von Satzteilen, häufiges Symptom der Wernicke- Aphasie
 
 
Parese
Teillähmung
Paraparese
Teillähmung beider Arme oder Beine (BMRC Grad 1-5)
 
Paraphasie
Durch Sprachstörung verursachte Wortveränderungen. Es wird unterschieden zwischen einer phonematischen Paraphasie, die sich durch Veränderungen eines Lautes indem Zielwort auszeichnet (aus „Sessel“ wird „Tessel“), Leitsymptom der Wernicke-Aphasie;einer formalen Paraphasie, deren Erscheinungsbild geprägt ist von einemkompletten Worttausch, hierbei wird das korrekteWort durch ein ähnlich klingendes, aber vom Sinn her nicht passendes Wort ersetzt (z.B. „Maut“ statt „Haut“); einer morphologischen Paraphasie, die sich dadurch auszeichnet, dassz.B. Verben nicht in der richtigen Form genutztwerden (also „Er schreiben“ statt „Er schreibt“);einer semantischen Paraphasie, hier werdenWorte durch dem Sinn nach ähnliche Worte ersetzt (z.B. „Tasse“ statt „Glas“); einer verbalen  Paraphasie, Worte werden durch andere, demSinn nach nicht passende, ersetzt („Tisch“ statt„Blume“); eine syntagmatische Paraphasie, diese zeichnet sich dadurch aus, dass Begriffedurch die Umschreibung ihres Sinns ersetztwerden („Voliere“ durch „Gefängnis für Vögel“)
Paraplegie
Komplette Lähmung beider Arme oder Beine (BMRC Grad 0)
Parese
Teillähmung
 
Parietal
zum Scheitel gehörend
Parietallappen
Bezeichnung für den oben gelegenen Teil des Neocortex; auch Scheitellappen genannt.
Perseveration
Haftenbleiben an zuvor gebrauchten Worten oder Angaben oder Gedanken, die im aktuellen Zusammenhang nicht mehr sinnvoll sind.
 
 
Phasisiche Wachheit
Zunahme der allgemeinen Wachheit (auch tonische Wachheit) nach z.B. einem äußeren Warnreiz
 
Phonologie
Bezeichnung für die Art der Aussprache
Plegie
komplette Lähmung
Pons
zu Deutsch Brücke, schließt direkt an die Medulla Oblongata an; ist unter anderem für den Gleichgewichtssinn mitverantwortlich
Posterior
weiter hinten oder hinterer Bereich
Präfrontalcortex
Teil des Frontallappens; beschreibt den vordersten Teil des Neocortex
 
Prämotorischer Cortex
Ist mit anderen Regionen (u.a. Basalganglien), verantwortlich für das Auslösen und die Kontrolle komplexer Bewegungen
 
 
Prosodie
Sprachmelodie, also die Geschwindigkeit und Betonung gesprochener Sprache, die richtig genutzten Akzente zur Betonung von Worten etc.
Psychosozial
psychisch und sozial
Putamen
bildet zusammen mit Nucleus Caudatus das Striatum; steuert zusammen mit dem Nucleus Caudatus die absichtliche Bewegungsmotorik
 
 
Q
 
R
 
 
 
Rautenhirn
Teil des Hirnstammes, bestehend aus Cerebellum, Pons und medulla oblongata
Restitution
vom lat. Wort restutio (=Wiederherstellung); bezeichnet die Wiederherstellung beeinträchtigter Gehirnfunktionen durch Stimulation in der neuropsychologischen Therapie; dabei werden unspezifische und spezifische Stimulation angewandt
 
Retina
Netzhaut (Auge)
Reversibel
mit Rückbildungschance; wiederherstellbar
Rezeptor
spezialisierte Zellen, die auf äußere oder innere mechanische oder chemische (z.B. Geschmack oder Geruch) Reize reagieren und die Informationen an das  Nervensystem weitergeben
Rückenmark
Teil des Zentralen Nervensystems (ZNS) lat. Medula Spinalis
 
S
Schädel-Hirntrauma  (SHT)
Verletzung des Schädels und des darunter liegenden Gehirns, entsteht meist durch Unfälle die mit direkter Gewalteinwirkung auf den Kopf verbunden waren. Die sog. Gehirnerschütterung stellt die leichteste Form des SHT dar.
Schlaganfall
Minderdurchblutung des Gehirns durch Verschluss oder Platzen einer das Gehirn versorgenden Arterien. Es wird unterschieden zwischen einem ischämischen Hirninfarkt (ca.80% aller Schlaganfälle), einer Hirnblutung (ca.
10 – 15 % der Schlaganfälle, durch eine Verletzung der Arterie, bedingt durch ein Reißen der Arterie aufgrund Bluthochdruck) oder einer
aneurysmatischen Subarachnoidalblutung (ca. 5% der Schlaganfälle)
Schläfenlappen
seitlich unten gelegener Teil des Neocortex, auch Temporallappen genannt.
Selektive Aufmerksamkeit
auch fokussierte Aufmerksamkeit; Fähigkeit sich auf einen Reiz zu konzentrieren und dabei relevante Aspekte zu erfassen und irrelevante Aspekte(wie z.B. Störreize) auszublenden
Sensibel
empfindungsfähig, bezieht sich nicht auf die Informationsaufnahme durch einen einzelnen Sinn, wird unterteilt nach somatosensorisch und viszerosensibel
Sensorisch
Verarbeitung von Informationen, die durch die Sinne des Sehens, Hörens, Schmeckens und Riechens wahrgenommen werden
Sensomotorik (auch Sensumotorik)
Steuerung und Kontrolle der Bewegungsabläufe aufgrund Sinnesrückmeldungen an das Gehirn
Somatosensibel
bewusste Wahrnehmung von allgemeinen Körperempfindungen (z.B. berühren oder auch Schmerz) und speziellen Empfindungen derSinne (hören oder sehen)
Somatosensorisch
Die bewusste Körperwahrnehmung betreffend. Hiermit werden Reize aus dem Körperinneren, sowie die Wahrnehmung taktiler Reize der Haut,der Organe, der Muskeln und Gelenke bezeichnet.
Spontanremission
komplettes oder teilweises Verschwinden von Beeinträchtigungen in Abwesenheit einer Therapie
Sprachmotorik
Bewegungsabläufe, die zum Formen von Worten notwendig sind. Also Lippen- und Zungenbewegungen und die richtige Atemtechnik
Sprachproduktion
Beschreibt die Produktion von gesprochener oder geschriebener Sprache.
Sprechapraxie
Sprachstörung; Sprechbewegungen sind gestört;es sind sog. phonologische Fehler, wie Lautumstellungen oder Lautauslassungen; Ursache immer in der linken Hemisphäre, in der Schädigung der Arteria cerebri media; tritt häufig zusammen mit einer Broca-Aphasie auf
Subkortikal
Unterhalb der Großhirnrinde
Substantia Nigra
Teil der Basalganglien; die Parkinsonerkrankung hat unter anderem ihre Ursache in einer Degeneration (einem Abbau) der Substantia
Nigra; Teil des Mittelhirns (Mesencephalon); zuständig für die Bewegungskontrolle
 
Stammhirn
evolotionsbiologisch gesehen ältester Teil des Gehirns, erste Hirnregion nach dem Rückenmark, hier werden die Nervenbahnen neu verschaltet, sodass die linke Körperhälfte von der rechten Hemisphäre gesteuert wird und umgekehrt. Hier werden die wichtigsten Körperfunktionen wie Herzfrequenz, Blutdruck und die Atmung gesteuert.
Stimulus (Mehrzahl Stimuli)
Reiz
Striatum
besteht aus Nucleus Caudatus und Putamen; zuständig für die Feinabstimmung der Motorik
 
Subarachnoidalblutung
Hirnblutung durch einen Riss eines Aneurysmas im Subarachnoidalraum des Gehirns; kann mittels bildgebender Verfahren (CT, MRT etc.) nicht immer diagnostiziert werden, eine Liquoruntersuchung bringt hier Klarheit.
Subarachnoidalraum
Raum um das Zentralnervensystem (Gehirn und Rückenmark herum, zwischen den Hirnhäute Arachnoidea und Pia mater. Darin befindet sich die Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit, welche auch als Liquor bezeichnet wird
 
 
Symptom
Zeichen die in Zusammenhang mit einer Krankheit auftritt und vom Arzt oder Patientenwahrgenommen werden kann
T
Taktil
den Tastsinn betreffend
Thalamus
aus mehreren Kernen bestehendes Areal im Zwischenhirn; für die Verschaltung der meisten sensorisch-sensiblen Informationen zum Cortex verantwortlich
Thrombus
Blutpfropf
Trauma
Verletzung, Schädigung
Temporal
schläfenwärts bzw. seitlich gelegen
Temporallappen
seitlich unten gelegener Teil des Neocortex, auch Schläfenlappen genannt
Tetraparese
Lähmung beider Arme und beider Beine (BMRC Grad 1- 5)
Tetraplegie
Komplette Lähmung beider Atme und Beine
(BMRC Grad 0)
Tonische Wachheit
allgemeine Wachheit; Aktivierungsniveau; dieses ist abhängig von der Tageszeit
 
U
V
 
Vigilanz
Wachheit; Fähigkeit dauerhaft aufmerksam zusein; bei Hirntraumata häufig eingeschränkt, - Eine Form der Daueraufmerksamkeit, bei der die Aufgabenbedingungen einfach sind, relevante Reize selten auftreten und eine schnelle Reaktion gefordert wird
Visuell-räumliche Aufmerksamkeit
Verschiebung des Aufmerksamkeitsfokus; dies kann offen (es wird sich auf eine neue Reizquelle im Raum durch Kopf-oder Augenbewegung orientiert) oder verdeckt (Orientierung auf neue Reizquelle schon vor Kopf-bzw. Augenbewegung) geschehen
Viszerosensibel
unbewusst empfindungsfähig für Reize, die von den inneren Organen aus gehen
W
 
Wernicke-Aphasie
Spezielle Form der Sprachstörung, hierbei ist das Sprachverständnis gestört. Ursache ist meist ein Verschluss der Arteria temporalis posterior und
damit verbunden einer Minderversorgung des Wernicke-Areals. Für nähere Informationen siehe Kapitel „Aphasie“
Wernicke-Areal
Region des Gehirns, hier wird die Semantik der Sprache verarbeitet. Liegt bei Rechtshänder nimmer auf der linken Hemisphäre, bei Linkshändern kann es links oder rechts lokalisiert sein. Benannt nach Carl Wernicke.
Willkürlich
in der Medizin wird unter „willkürlich“ etwas anderes verstanden, als wie wir den Begriff im Alltag benutzen. „Willkürlich“ bedeutet hier, "dem Willen unterworfen“ oder „absichtlich“.
Willkürmotorik
Bewegung welche absichtlich geschieht bzw. dem Willen unterworfen ist
 
X
 
Y
 
Z
 
Zwischenhirn (auch Diencephalon)
es liegt zwischen Mittelhirn und Endhirn und besteht aus den Strukturen: Thalamus, Hypothalamus, Hypophyse, Epiphyse, Colliculi superiores und Colliculi inferiores

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