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Wörterbuch

Schlaganfall
Minderdurchblutung des Gehirns durch Verschluss oder Platzen einer das Gehirn versorgenden Arterien. Es wird unterschieden zwischen einem ischämischen Hirninfarkt (ca. 80% aller Schlaganfälle), einer Hirnblutung (ca. 10 – 15 % der Schlaganfälle, durch eine Verletzung der Arterie, bedingt durch ein Reißen der Arterie aufgrund Bluthochdruck) oder einer aneurysmatischen Subarachnoidalblutung (ca. 5% der Schlaganfälle)

Schädel-Hirntrauma
Verletzung des Schädels und des darunter liegenden Gehirns, entsteht meist durch Unfälle, die mit direkter Gewalteinwirkung auf den Kopf verbunden waren. Die sog. Gehirnerschütterung stellt die leichteste Form eines SHT dar. Das SHT wird in 3 Schweregrade eingeteilt.
Läsion
Verletzung einer anatomischen Struktur oder einer physiologischen Funktion
Semantik
Wortbedeutung
Symptom
Krankheitszeichen
Ätiologie
Lehre von den Ursachen und auslösenden Faktoren einer Erkrankung oder Störung
 
 
 
 

Aphasie

Das Wort Aphasie kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Sprachlosigkeit“ oder „ohne Sprechen“. Menschen mit einer Aphasie, egal welcher Form und Ausprägung, haben Schwierigkeiten in allen Bereichen, die mit Sprache in Verbindung stehen. Dies kann von Problemen beim Sprechen an sich, beim Finden der richtigen Worte, bis hin zu Verständnisproblemen gehörter oder geschriebener Sprache reichen, die Aphasie kann sich also auf das Sprechen, das Verstehen gesprochener Sprache, das Lesen und / oder Schreiben auswirken. In der Fachsprache wird die Aphasie auch als multimodale Sprachstörung bezeichnet, da oft mehrere Bereiche gleichzeitig betroffen sind.
Ursache für das Auftreten einer Aphasie ist in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle ein Schlaganfall, ein Schädel-Hirntrauma ist der zweithäufigste Grund, weniger oft werden Hirntumore oder andere Erkrankungen des Gehirns als Ursache gefunden.
Die Fachbegriffe für die verschiedenen Bereiche, die durch eine Aphasie gestört sein können, sind die folgenden, falls Ihnen diese Begriffe bei Arztgesprächen oder Gesprächen mit Logopäden einmal begegnen. Da ist zum einen eine Störung in der Phonologie möglich, hierbei handelt es sich um die fehlerhafte Kombination von einzelnen Lauten, z.B. wird „Tinsch“ statt „Tisch“ gesagt, manchmal werden Laute innerhalb eines Wortes umgestellt, so kann dann aus „Brot“ „Trob“ werden oder es werden Laute durch andere ersetzt, dann heißt „Flasche“ plötzlich „Flusche“. Desweiteren kann die Morphologie beeinträchtigt sein. Morphologie bezeichnet die Wortbildung. Patienten mit gestörter Morphologie verändern die Deklination, also die Regeln, nach denen Worte gebildet und im Satzzusammenhang verändert werden. Da heißt es dann zum Beispiel „ Ich bin mit dem Auto gefahrt.“ Auch die Semantik, also die reine Wortbedeutung, kann gestört sein. Es kann zu Verwechslungen zwischen Worten kommen, deren Bedeutungen mit einander in Zusammenhang stehen können, so wird dann zum Beispiel aus einem „Elfmeter“ ein „Schiedsrichter“. Tatsächlich existierende Worte werden zu Neuschöpfungen, sog. Neologismen, neu kombiniert, z.B. „Steinzeugdreher“ statt „Schraubenzieher“ (1). Manchmal werden Teilworte eines kombinierten Wortes weggelassen und der „Blumentopf“ ist nur noch ein „Topf“. Auch der Satzbau, die Syntax, kann beeinträchtigt sein. Es werden dann z.B. Verben ausgelassen oder es wird mitten im Satz einfach abgebrochen und man kann nicht mehr verstehen, was der Patient eigentlich mitteilen wollte. Manche Patienten mit einer Aphasie neigen dazu, unkontrolliert und quasi überschäumend zu reden, der Rededrang lässt sich nur schwer oder gar nicht unterbrechen, dies wird in der Fachsprache als Logorrhö bezeichnet. Nicht nur das eigene Sprechen des Patienten kann bei einer Aphasie beeinträchtigt sein, manchmal können Patienten nicht mehr verstehen, was ihnen gesagt wird. Sie können genannte Begriffe nicht mehr den bezeichneten Gegenständen zuordnen. Wobei hier wichtig ist, dass die Patienten mit einem gestörten Wortverständnis eher abstrakte Begriffe, wie „Vertrauen“ oder „Glück“, nicht mehr verstehen, Dinge, die ‚begreifbar‘ sind, wie zum Beispiel ein „Buch“ oder ein „Hund“, scheinen den Patienten weniger Probleme zu bereiten.
Wir verwenden im folgenden Text immer die männliche Form, meinen damit aber sowohl Patienten, als auch Patientinnen bzw. Therapeuten, als auch Therapeutinnen. Wir haben uns für dies Form entschieden, um den Text nicht zu sehr zu verkomplizieren.

Doch nun wieder zum eher medizinischen Aspekt der Aphasie. Es werden vier Arten der Aphasie unterschieden, zum Teil benannt nach ihrer Ausprägungsart oder –stärke und zum Teil benannt nach der Läsionsregion im Gehirn, die ursächlich für die dann auftretenden Symptome sind. Sie finden nachfolgend diese vier Arten einzeln erklärt nach dem Ort der Läsion, da es weitere nicht so verbreitete Aphasieformen gibt, wird auf diese auch noch kurz eingegangen, dann folgt eine Auflistung der Symptome, eine Beschreibung des für diese Art üblichen Sprachflusses mit Einschätzung der Auswirkungen auf die Kommunikationsfähigkeit, die ein Mensch mit dieser Art der Aphasie üblicherweise zeigt. Nach der ausführlichen Beschreibung der Ätiologie der Aphasieformen geben wir Ihnen eine Beschreibung der häufigsten Diagnosemethoden und danach möchten wir Sie noch über die bisher angewandten Therapiemethoden informieren.

(1) Zitat aus „Aphasie – Wege aus dem Sprachdschungel“ Kapitel 2.1.

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